Bayreuth | Unverhofft kommt oft, aber diese ärztliche Nachricht "Ich darf mich läuferisch wieder voll belasten!" kommt mir vor wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Vorbei sind nunmehr fast vier Monate des Nichtstuns und dem traurigen Hinterherschauens, wenn zwei Sportschuhe vorbeitraben. Der eine oder andere wird dies vielleicht nachvollziehen können.

Vorbei ist die Odyssee von Arztterminen und dererlei Wartens von Nürnberg bis nach Berlin, die quälende Ungewissheit ob Ruhe allein hilft, ob es jemals wieder läuft oder ob es eine alternative Behandlungsmethode gibt. Im Endeffekt ist es der ultimativ richtige Weg der mich zu sms (Sportmedizin Berlin) nach Berlin führt. Der vertrauensvoll gerechtfertigte Kontakt zu Matthias Jaworski, dem ehemaligen 800m Spezialisten aus Harzer Tagen, und dem dortigen Ärzteteam bringt mich erst einmal zurück in die Spur. Unglaublich!

Es ist ein schönes Gefühl, es selbst wieder in den Füßen zu haben. Andere würden sagen Boden unter den Händen zu haben. Fünf Jahre nach dem Tod von Rene Hermes bin ich im Sommer unerkannt in die Leistungsfalle tappend, wohl mit einem blauen Auge davon gekommen. Das war nicht "der Raabe" der da hinter sich selbst ins Ziel kam, wobei es hätte auch der allerletzte Lauf sein können...

Prekär offen bleiben die Tatsachen: "Wo ist der Auslöser der Misere zu suchen?" Vermutlich ist es eine allergische Kettenreaktion gewesen! Ob ein Schaden zurück geblieben ist, wird dem wieder zu erreichendem Leistungsniveau zu nächst geschuldet bleiben! Aber nach anderen Verlautbarungen ist die Offenbarung von" Rio" immer denkbar, höchst wirkungsvoll und äußerst werbewirksam. Daher steht sie auch hier..

Gut, dass die momentanen dunklen Tage und eventuelle Witterungsverhältnisse realistisch die Laufeuphorie mehr oder weniger ausbremsen. So werde ich gezielt "peu а peu" mit zunehmenden Lichtverhätnissen stetig Umfang und Intensität testen und dann auch steigern können. Da mich niemand vermisst hat, ist weder ein Comeback noch eine Rückkehr geplant. Ich bin einfach da, wo immer ich bin, vorne weg und nicht hinterher. Dann geht es mir gut und ich bin auch gesund.